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Zusammenfassung der Tagung Naturschutzkriminalität stoppen

Die Tagung Naturschutzkriminalität stoppen fand vom 19. bis 20.9. 2015 im Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald statt.

Die knapp sechzig Teilnehmer der Tagung Naturschutzkriminalität waren Fachleute aus den Bereichen Wildtierbiologie, Wildtierpathologie, Kriminologie, aus Wildtierforschungsprojekten sowie Vertreter in diesem Bereich aktiver Naturschutzverbände in Deutschland und Österreich. Aus diesem Fachwissen und Erfahrungsschatz gingen folgende Forderungen hervor:

Naturschutzkriminalität stoppen
  1. Es ist zwingend notwendig eine sorgfältige Dokumentation an den Tat-/Fundorten durchzuführen, um bei späteren pathologischen Befunden die richtigen Rückschlüsse ziehen zu können. Das Vorgehen bei der Datenaufnahme muss von Pathologen und Kriminologen vorgegeben sein, bestenfalls von diesen vor Ort ausgeführt werden.
  2. Die Schulung im Bereich Naturschutzkriminalität im Rahmen der Regelausbildung der Polizeibeamten reicht nicht aus. Obliegt die Ermittlung wie gehabt der Polizeiinspektion, muss mindestens ein Beamter in der Region eine zusätzliche Fortbildung dazu nachweisen können. Eine Verzögerung oder unzureichende Bearbeitung schadet dem Ermittlungserfolg.
  3. In Bayern führt das Landesamt für Umwelt seit dem Jahr 2000 eine Statistik über getötete Greifvögel. Gleichfalls muss es für alle anderen geschützten Wildtiere in allen Bundesländern eine zentrale Stelle zur Dokumentation geben. Jährliche Berichte müssen die Öffentlichkeit über bekannt gewordene Fälle und deren Ermittlungsstand informieren.
  4. Für die Aufklärung der Fälle ist es dringend notwendig, dass allen Hinweisen nachgegangen wird. Hier müssen Haushaltsbudgets und Mitarbeiterstunden sowie Fortbildungsangebote bereitgestellt werden. Ebenso ist das Monitoring der Wildtierarten ein wichtiger Grundstein, um den Erhaltungszustand zu dokumentieren.
  5. Eine erfolgreiche Prävention und Strafverfolgung kann nur stattfinden, wenn Umwelt- und Polizeibehörden intensiv, professionell und strukturiert zusammenarbeiten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Resolution zur Tagung Naturschutzkriminalität stoppen.

Referenten Tagung Naturschutzkriminalitaet stoppen Haus zur Wildnis 2015

Gabriel Schwaderer
Euronatur

Dr. Claudia Szentiks
IZW Berlin

Dr. Micha Herdtfelder
FVA Freiburg

Claude Kurtz
ehemaliger Zollermittler in Frankreich

Claus Obermeier
Vorstand Gregor Louisoder Umweltstiftung

Stefanie Jaeger
Projektstelle Bayern Wild, Gregor Louisoder Umweltstift.

Wir danken allen Referenten und Teilnehmern für ihr großes Interesse, die rege Beteiligung und die interessanten und vielschichtigen Gespräche.